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Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung
02
Mai
Von Lueftungs Net
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Kontrollierte Wohnraumlüftung für ein gesundes Raumklima

Die kontrollierte Wohnräumlüftung für ein gesundes Raumklima - lueftungs.net

Eine gesteuerte Belüftung und Entlüftung von Wohnräumen steigert die Aufenthaltsqualität, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit. Moderne kontrollierte Wohnraumlüftungen zeichnen sich durch eine hohe Effizienz aus und arbeiten mit geringen thermischen Verlusten. Zu unterscheiden sind zwei Systeme: die zentrale und die dezentrale Lüftung.

Aufgabe einer kontrollierten Wohnraumlüftung ist der Austausch von verbrauchter Luft mit Frischluft. Eine Lüftung verteilt die Zuluft gleichmäßig und führt die Abluft zügig aus dem Haus. Bei Systemen mit Wärmerückgewinnung wird der Abluft die Wärme zum großen Teil entzogen und zur Beheizung oder für die Warmwasseraufbereitung genutzt. Eine Wohnraumlüftung erlaubt darüber hinaus die Reinigung der Außenluft. Für Allergiker erleichtert eine Wohnraumlüftung somit den Aufenthalt im Haus.

Ist bei einem Hausbau oder im Zuge einer Sanierung die Installation einer kontrollierten Wohnraumlüftung geplant, sind die Vor und Nachteile der unterschiedlichen Lüftungssysteme abzuwägen. Folgende Systeme stehen zur Auswahl:

  •  Singuläre Abluftanlage
  • Dezentrale Abluftanlage
  • Dezentrale Zu- und Abluftanlage
  • Dezentrale Zu- und Abluftanlagen mit Wärmerückgewinnung
  • Zentrale Abluftanlage
  • Zentrale Zu- und Abluftanlage
  • Zentrale Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung

 

Der Einbau von Wohnraumlüftungen erfolgt meist im Zuge eines Neubaus oder einer Sanierung. Jede Wohnraumlüftung ist Individuell Wohnraumlüftung an ein Objekt anpassen, da Architektur und Zuschnitt der Räume die Auslegung bestimmen. Öffentliche Förderprogramme erleichtern in vielen Fällen die Finanzierung.

Vorteile einer kontrollierten Wohnraumlüftung

In unsanierten Altbauten stellt Fugenlüftung einen gewissen Austausch der Raumluft her. Über unabgedichtete Fenster und weitere Lücken in der Bausubstanz tauschen sich verbrauchte Luft und Frischluft ständig aus. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung arbeitet jedoch weit effektiver und verträglicher. In wärmegedämmten Gebäuden ohne eine Wohnraumlüftung erfolgt die Lüftung der Räume über das Öffnen der Fenster. Im Sommer sind Fenster oft ständig in Kippstellung und gewährleisten einen unregulierten Luftaustausch. Im Winter bleiben die Fenster überwiegend geschlossen, um Wärme- und Heizverluste zu reduzieren. Die regelmäßige Stoßlüftung der Räume wird jedoch meist vernachlässigt. An kalten Tagen stellt sich zudem schnell unangenehme Zugluft ein, die unbemerkt zu Beschwerden wie einem steifen Hals führen kann. Da die Lüftung an kühlen Tagen erst erfolgt, wenn der Sauerstoffgehalt der Luft bereits merklich gesunken ist und Bewohner erste Ermüdungserscheinungen aufweisen, sinken Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

Eine Wohnraumlüftung beugt Schimmelbildung vor und optimiert den Lärmschutz

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung gewährleistet einen homogenen und zügigen Luftaustausch. In Räumen wie Badezimmer und Küche ist ein rascher Austausch der mit Wasserdampf gesättigten Luft erwünscht. Der Gefahr einer Schimmelbildung wird mit einer Wohnraumlüftung effektiv vorgebeugt. Bei einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung trägt die Lüftung auch zur Beheizung der Räume und Senkung der Energiekosten bei. Ein Lüftungssystem verbessert indirekt auch den Lärmschutz. In Wohnungen in der Nähe stark befahrener Straßen oder in Büros gegenüber von Produktionsbetrieben sollen mit Mehrfachverglasung ausgestattete Fenster möglichst zu bleiben. Eine Wohnraumlüftung stellt eine stetige Frischluftzufuhr sicher, ohne dass Lärm in die Räume dringt. Im Schlafzimmer und im Kinderzimmer unterstützt die Wohnraumlüftung über einen kontinuierlichen Zustrom frischer, gereinigter Luft einen ruhigen und erholsamen Schlaf.

Kontrollierte Wohnraumlüftung Lüftungsrohre als Design Elemente
Kontrollierte Wohnraumlüftung Lüftungsrohre als Design Elemente

 

Pollen und Schadstoffe bleiben draußen

Schadstoffe und Allergene aus der Außenwelt stellen für Allergiker und Personen mit Atemwegserkrankungen eine ständige Belastung dar. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung lässt sich mit unterschiedlichen Filtern kombinieren, die derartige Stoffe aus der Zuluft herausfiltert. Hierdurch sinkt die allgemeine Staubbelastung in den Räumen, was auch der Schlafhygiene zugute kommt. Durch den kontinuierlichen, kaum merklichen Luftstrom wird weniger Hausstaub als beim Öffnen der Fenster aufgewirbelt. Daher werden Polster, Teppiche und Vorhänge weniger mit Staub belastet und müssen seltener gereinigt werden. Nicht nur Allergiker, sondern auch Familien mit Kindern sollten bei der Planung einer Wohnraumlüftung an den Einbau passender Filter denken, um einer Belastung durch Allergene oder Schadstoffe vorzubeugen. Für nähere Informationen siehe unseren speziellen Artikel für die optimale Wohnraumlüftung bei Allergikern

Einsparpotenziale einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Das Einsparpotenzial einer Wärmerückgewinnung macht sich schnell bezahlt. Bei einem Neubau sollte stets geprüft werden, welche Kostenvorteile und Gewinne an Wohnqualität sich mit einer eine Wohnraumlüftung inklusive Wärmerückgewinnung erzielen lassen. Mit einem Neubau oder einer Sanierung ist eine langfristige Wohnwertsteigerung verbunden. Durch Integration einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung lässt sich dieser Wert deutlich steigern.

Wärmedämmung als Grund für schlechtes Raumklima

Am Thema Wärmedämmung kommt kein Bauherr mehr vorbei. Der Staat unterstützt Bauformen wie Niedrigenergiehaus und Passivhaus, da Heizenergie nach wie vor überwiegend aus fossilen Energieträgern gewonnen wird und zum Treibhauseffekt beiträgt. Die Energieeinsparverordnung schreibt jedem Bauherrn Höchstwerte für den maximalen Primärenergiebedarf vor. Nur durch eine gute Isolierung und mit der Beseitigung von Wärmebrücken am Haus lassen sich Grenzwerte einhalten und Einsparungen bei den Energiekosten erzielen. In den vergangenen Jahren wurden in der deutschen Bausubstanz immer mehr Schlupflöcher geschlossen, durch die Außenluft in ein Haus dringen und für Luftaustausch sorgen kann. Die Kehrseite der Entwicklung: durch den nahezu luftdichten Abschluss kommt es in Räumen ohne ausreichende Lüftung rasch zu einer Schimmelbildung.

Eine Wohnraumlüftung erleichtert den regelmäßigen Luftaustausch

Bei konventioneller Bauweise dringt die Luft durch Ritzen und poröse Baustoffe ins Haus. Durch die heute üblichen wärmedämmenden Maßnahmen bleibt die Luft bei geschlossenen Fenstern länger in den Räumen gefangen. In der kalten Jahreszeit lüften die meisten Haushalte nur sporadisch, denn die vorübergehende Abkühlung der Räume führt zu einer Beeinträchtigung der Aufenthaltsqualität. Beim empfohlenen, regelmäßigen Stoßlüften geht leider auch Heizenergie verloren. Eine Wohnraumlüftung beseitigt diese Probleme und stellt zu jeder Jahreszeit eine ökonomische, homogene und umweltverträgliche Belüftung der Räume sicher. Lüftungssysteme mit Rückgewinnung von Wärmeenergie entziehen der Abluft zudem Wärme und führen sie der Frischluft zu, was zur Senkung der Heizkosten beiträgt.

Arten der Wohnraumlüftung

Abluftanlagen

Die einfachste Form der Wohnraumlüftung besteht aus untereinander nicht gekoppelten Abluftanlagen, die in einzelnen Räumen wie Badezimmer und Küche installiert sind. Diese Lüfter dienen dazu, Luftfeuchtigkeit zügig abzuführen und unangenehme Gerüche zu entfernen. Oftmals sind Räume wie Badezimmer und WC fensterlos ausgelegt, sodass eine Abluftanlage auch aus baulichen Gründen vorgeschrieben sein kann. Diese Abluftanlagen werden oft automatisch in Betrieb gesetzt, sobald die Raumbeleuchtung eingeschaltet wird. Die Abluft wird über einen Schacht direkt und ohne Wärmerückgewinnung aus dem Gebäude geführt. Die Zwangssteuerung über den Lichtschalter führt dazu, dass die Lüftung mit Verlassen des Raumes ausgeschaltet wird. Einfache Abluftanlagen laufen zwar stets unter Volllast, dennoch kann eine Restfeuchte im Raum verbleiben. Eine manuelle, längere Entlüftung ist durch die Parallelschaltung von Beleuchtung und Lüfter wenig effizient. Die Zufuhr von Frischluft erfolgt durch den Luftaustausch mit anderen Räumen der Wohnung. Durch die auf Abluftabfuhr begrenzte Funktion und die fehlenden Steuerungsmöglichkeiten stellen lokale Abluftanlagen keine wirksame Wohnraumlüftung her, verhindern aber in Räumen wie Bad und Küche Schimmelbildung.

Zu- und Abluftanlagen

Eine bessere Form der Wohnraumbelüftung stellen dezentrale Lüftungsanlagen her. Hier werden die Räume mit einzelnen Lüftungssystemen ausgestattet, die über Sensoren gesteuert werden. Die Sensoren reagieren in Räumen wie Bad oder Küche auf Luftfeuchtigkeit und in anderen Räumen auf den Gehalt von CO². Die Elektronik registriert auch, ob sich Personen im Raum befinden und stellt die Lüftung bei Abwesenheit aus. Die Lüfter einer dezentralen Lüftung lassen sich mit Filtern ausrüsten, die Allergene und Schadstoffe zurückhalten und die Zuluft reinigen. Die Installation einer dezentralen Lüftung sollte durch einen Fachbetrieb erfolgen. Lediglich mit elektrischen Installationen erfahrene Heimwerker sollten sich an den Einbau einer dezentralen Lüftung wagen. Die Installation setzt eine Befassung mit den technischen Spezifikationen und den Anforderungen eines Systems voraus. Eine dezentrale Wohnraumlüftung ist ab Preisen von 400 bis 600 Euro erhältlich. Der Anschaffungspreis steht in direktem Zusammenhang mit der Anzahl der auszustattenden Räume.

Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Bei einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung entzieht ein Wärmetauscher der Abluft die Wärmeenergie und führt sie der Frischluft zu. Der aus Metall oder Keramik bestehende Wärmetauscher steigert die die Effizienz einer Wohnraumlüftung und senkt die Betriebskosten. Moderne Wärmetauscher entziehen der Abluft bis zu 80% der Wärme. Die Abluft kühlt sich durch den Wärmeentzug ab, daher sind die Abluftschächte gegen Kondensation zu schützen. Je nach Raumgrößen und Ausführung der Anlage ist für eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung eine Investition ab 4.000 Euro erforderlich. Auf Grund der hohen Effizienz ist die Anschaffung einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung auch als Nachrüstung eine interessante Option.

Module einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Gegenstromwärmetauscher

Der Gegenstromwärmetauscher ermöglicht einen stabilen Temperaturausgleich zwischen dem abgeführten und dem zugeführten Luftstrom. Eine dünne Trennwand stellt den Temperaturausgleich her, so dass auch bei großen Temperaturunterschieden zwischen Innen-und Außenbereich keine zusätzliche Beheizung oder Kühlung der Räume nötig ist. Ein als Gegenstromwärmetauscher ausgelegter Wärmeübertrager überträgt Wärme effizienter als ein Gleichstromwärmetauscher..

Vor- und Nachheizregister

Das Vorheizregister schützt den Wärmetauscher im Zentralgerät im Winter vor einer Vereisung, sobald die Temperatur unter Null Grad Celsius fällt. Die Temperatur, zu der sich ein Vorheizregister einschaltet, lässt sich variabel einstellen und liegt einige Grad über Null. Reicht die der Abluft entzogene Wärme nicht aus, um die einströmende Außenluft ausreichend zu erhitzen, wird das Nachheizregister dazugeschaltet. Das Nachheizregister senkt die Energiekosten, da es weniger Energie verbraucht als die Heizung in den Wohnräumen. Durch die Stabilisierung der Raumtemperatur hilft das Nachheizregister auch bei der Vermeidung unerwünschter Zugeffekte.

Zuschnitt einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Bei der Auslegung einer kontrollierten Wohnraumlüftung ist die Ausdehnung des Gebäudes und die Größe der Räume zugrunde zu legen. Die Leistungsfähigkeit der Lüftungsanlage sollte auf das zu belüftende Raumvolumen abgestimmt sein. Der Durchmesser der Lüftungsrohre ist auf den maximalen Luftdurchsatz auszulegen. In hohen Räumen erfordert die Erwärmung der Luft auf Grund der Konvektion einen großen Energieaufwand, was an kühlen Tagen trotz Nachheizregister die Zuschaltung der Heizung erforderlich machen kann. Bei der Nachrüstung von Altbauten mit einer Wohnraumlüftung ist daher das Einziehen von Zwischendecken zu erwägen, um die Zirkulation der Heizungsluft zu verbessern und mit einer auf das reduzierte Raumvolumen angepassten Lüftung auszukommen. In Räumen, die nur zu bestimmten Zeiten genutzt werden oder starke Schwankungen bei der Belegung mit Personen aufweisen, lassen mehrstufige Regler eine manuelle Regulierung der Lüftung zu.

Unterschiede zwischen dezentraler und zentraler Lüftungsanlage

Dezentrale Lüftungsanlage

Eine dezentrale Lüftungsanlage saugt mittels eines Ventilators lokal und innerhalb eines Raums die Luft ab. Die Anlage ist über einen Abluftschacht mit dem Außenbereich verbunden. Dank mehrerer Abluftklappen bleibt die Wärmedämmung gewährleistet, wenn sich das Gerät nicht in Betrieb befindet. Dezentrale Lüftungsanlagen können manuell gesteuert werden oder über Sensoren, welche die CO2- und Feuchtigkeitsbelastung im Raum messen. Bei einer Auslegung als Zu- und Abluftanlage führt die Lüftung dem Raum auch Frischluft zu. Beide Funktionen werden in Intervallen geschaltet, können aber auch parallel laufen, sofern die Luftströme getrennt geführt werden.

Dezentrale Lüftungsanlagen lassen sich mit oder ohne Wärmerückgewinnung installieren. Bei einer Wärmerückgewinnung entnehmen sie der Abluft bis zu 75% der Wärme und führen die Wärmeenergie über einen Regenerator oder Rekuperator der Frischluft zu. Auf Grund des geringen Einbauaufwandes stellen dezentrale Lüftungssysteme eine beliebte Option für die Nachrüstung in Altbauten dar. Auch die Kosten für eine Nachrüstung bleiben überschaubar.

Zentrale Lüftungsanlage

Eine zentrale Lüftungsanlage ermöglicht den gesteuerten Austausch der Luft in allen Räumen einer Wohnung oder eines Gebäudes. Diese Lüftungsvariante kommt vor allem für Neubauten in Betracht, da die Lüftung hier von Beginn an als fester Bestandteil der häuslichen Infrastruktur berücksichtigt werden kann und die Integration einer zentralen Lüftungsanlage Bestandteil des architektonischen Konzepts ist. Das Aggregat einer zentralen Lüftungsanlage wird meist im Keller oder im Hauswirtschaftsraum installiert. Für energetisch optimierte Gebäude wie Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser stellt die zentrale Lüftungsanlage eine unverzichtbare Kernkomponente dar.

Vor- und Nachteile der Lüftungssysteme

Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (abgekürzt KWL) besitzt im Vergleich zu einfachen, dezentralen Abluftanlagen und unregulierten Lüftungseinheiten einige Vorteile. Sie belüftet ein Haus effektiver und sorgt für eine gleichbleibend hohe Luftqualität im Haus. Die gesteuerte Wohnraumlüftung führt verbrauchte Luft moderiert ab und ersetzt sie durch sauerstoffreiche Luft in allen Räumen. Indem hohe Luftfeuchtigkeit und Schadstoffe kontinuierlich aus dem Haus befördert werden, beugt die kontrollierte Wohnraumlüftung Schimmelbildung vor und steigert das Wohlbefinden der Bewohner.

Durch die automatisierte Form der Lüftung müssen Fenster nicht mehr händisch geöffnet und geschlossen werden. Dadurch lassen sich lokale Temperaturunterschiede im Haus sowie Zugluft vermeiden. Auch die Heizkosten werden mit der kontrollierten Wohnraumlüftung reduziert, da bei einer manuell vorgenommenen Stoßlüftung die abgekühlte Luft von der Heizung stets neu erwärmt werden muss. Durch den Einsatz eines Wärmetauschers lässt sich die Wärme der Abluft zum großen Teil zurückgewinnen, was ebenfalls zur Senkung der Energiekosten beiträgt.

Die Nachteile einer kontrollierten Wohnraumlüftung bestehen hauptsächlich aus den Aufwänden, die für Planung, Anschaffung und Betrieb der Lüftung anfallen. Lüftungsanlage und Wärmetauscher benötigen elektrische Energie. Der Nettogewinn an Energie, den eine kontrollierte Wohnraumlüftung erzielt, wird nach Abzug der einmaligen Investition und der jährlichen Betriebskosten erkennbar. Zu den Betriebskosten zählen Stromverbrauch und Wartungskosten. Für eine hohe Planungssicherheit ist die Beratung durch einen Fachbetrieb ratsam. Ein Energieberater kann die lokalen Gegebenheiten neutral beurteilen und über Messungen feststellen, welche Einsparpotenziale eine Wohnraumlüftung bringt und welche Varianten in Frage kommen.

 

Kontrollierte Wohnraumbelüftung versteckt in der Decke
Kontrollierte Wohnraumbelüftung versteckt in der Decke

Vor und Nachteile der dezentralen Wohnraumlüftung

 

Vorteile Nachteile
Der Einbau kann nachträglich umgesetzt werden Vergleichsweise hohe Lärmbelastung
Der Einbau ist kostengünstiger als bei zentralen Wohnraumlüftungen Kurzschlussgefahr bei hoher Luftfeuchtigkeit
Vergleichsweise geringe Baumaßnahmen Individuelle Klimatisierung nur bei Geräten mit Wärmerückgewinnung möglich
Kostengünstiger Betrieb Wenig Energieeinsparung
Je nach Gerät individuelle Steuerung Hoher Kostenaufwand bei Einbau in mehreren Zimmern
Möglichkeit einer Wärmerückgewinnungsfunktion

 

 

Vor und Nachteile der zentralen Wohnraumlüftung

 

Vorteile Nachteile
Hohe Einsparung der Energiekosten In Altbauten nur bedingt einsetzbar
Klimatisierung der Zuluft Hoher Planungsaufwand
Räume können einzeln reguliert werden Hoher Wartungsaufwand
Geringe Belästigung durch Lärm dank Schallschutzklappen und weiterer Anlageteile Vergleichsweise kostenintensiv
Luftkurzschluss wird minimiert

Kosten einer kontrollierte Wohnraumlüftung


Die Kosten für eine kontrollierte Wohnraumlüftung werden maßgeblich von folgenden Faktoren bestimmt:

  • Zahl und Größe der Räume
  • Möglichkeiten der Integration bei Neubau oder Nachrüstung
  • Präferenz für eine dezentrale oder zentrale Wohnraumlüftung

 

Für eine einfache, dezentrale Abluftanlage, die in Küche und Bad für die zügige Entlüftung der mit Feuchtigkeit gesättigten Luft sorgt, sind 2.500 Euro zu veranschlagen. Werden mehr Räume mit dezentralen Lüftungseinheiten ausgestattet, steigen die Anschaffungskosten entsprechend. Eine zentrale Lüftungsanlage für ein Einfamilienhaus kostet inklusive Einbau um die 8.000 Euro. Auch bei der zentralen Wohnraumlüftung können die Kosten je nach Dimension des Gebäudes und der Anzahl der eingebunden Räume höher sein. Bei beiden Systemen kommen die jährlichen Betriebskosten hinzu, die zum Teil von der Höhe des Strompreises abhängen.

Eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung zeichnet sich durch eine hohe Effizienz aus, geht aber auch mit einer höheren einmaligen Investition einher. Kompensiert wird der höhere Anschaffungspreis durch die langfristig erzielbaren Einsparungen bei der Heizenergie. Das aufwändigere technische Design, das auch dem Brandschutz Tribut zollt und eine komfortable Steuerung der Anlage ermöglicht, schlägt sich ebenfalls im Preis nieder. Bei einer Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sind pro Quadratmeter Wohnraum etwa 40 bis 60 Euro zu veranschlagen. Da sich bis zu 80% der Wärmeenergie aus der Abluft zurückgewinnen lassen, kann sich die Investition bereits nach wenigen Jahren amortisieren.

 

Die Installationskosten einer Wohnraumlüftung werden durch folgende Parameter beeinflusst:

  • Filtersysteme
  • Rohrsysteme
  • Luftleistung
  • Lokale Gegebenheiten

 

Die für den Einbau einer kontrollierten Wohnraumlüftung anfallenden Kosten sind davon abhängig, welche Aufwände für sämtliche mit der Lüftung in Zusammenhang stehenden baulichen und elektrischen Maßnahmen anfallen. Vor der Beauftragung von Fachbetrieben und Handwerkern sollten Angebote eingeholt werden, aus denen sich die Leistungen und Kosten für die Installation oder Nachrüstung einer Wohnraumlüftung entnehmen lassen.

 

Wartung und Reinigung einer kontrollierten Wohnraumlüftung

Ein störungsfreier langjähriger Betrieb der Wohnraumlüftung lässt sich nur mit einer regelmäßigen Wartung durch einen Fachbetrieb gewährleisten. Ein Defekt kann zu erhöhten Energiekosten und zu Beeinträchtigungen wie einer erhöhten Lautstärke des Lüftungssystems führen. Auch die elektrische Sicherheit der Anlage sollte regelmäßig überprüft werden.

 

Vorgaben und EU Standards für Reinigung und Wartung

Für einen reibungslosen Betrieb und eine zuverlässige Frischluftversorgung ist eine regelmäßige Reinigung der kontrollierten Wohnraumlüftung erforderlich. Auch die Luftfilter sind turnusmäßig auszutauschen. Im Rahmen einer Inspektion durch einen Fachbetrieb lässt sich der Zustand der Lüftung umfassend beurteilen. Fehlerquellen werden im Zuge der Untersuchung protokolliert und lassen sich meist direkt beheben. Mit einer regelmäßigen Wartung beugt der Hausherr kleinen und großen Defekten vor. Wie jedes technische System unterliegt auch eine Wohnraumlüftung einem Verschleiß. Nach jahrelangem Betrieb kann der Austausch einzelner Komponenten notwendig werden. Eine instandgesetzte oder überholte Anlage garantiert auch weiterhin eine störungsfreie und kostenoptimierte Lüftung. Die aktuellen Vorgaben für ein energetisch optimiertes Lüftungskonzept sind in der DIN 1946-6 zusammengefasst. Der Lüftungsnorm lassen sich auch alle Informationen zur Instandsetzung und regelmäßigen Wartung einer Lüftungsanlage entnehmen.

Kleine Wartungsdienste lassen sich selbst erledigen

Bei der erstmaligen Übergabe oder nach der Reparatur einer Wohnraumlüftung weist der Fachbetrieb den Kunden in Bedienung, Reinigung und Pflege der Lüftung ein. Wenn der Betreiber der Wohnraumlüftung kleine Wartungsdienste selbst ausführt, spart er Kosten und stellt einen raschen Weiterbetrieb sicher. Zu den Aufgaben, die auch ein Laie ausführen kann, zählt der Filterwechsel. Eine moderne kontrollierte Wohnraumlüftung macht den Filterwechsel einfach – Spezialwerkzeug oder handwerkliche Kenntnisse werden nicht benötigt. Die Lüftungsexperten eines Fachbetriebs weisen einen Kunden darin ein, Fehlermeldungen der Anlage richtig zu interpretieren. Bei Beachtung der Hinweise läuft eine Wohnraumlüftung über lange Zeit unbemerkt im Hintergrund.

 

Tipp: Achten Sie beim Kauf von Lüftungsgeräten darauf, dass diese eine DIBt-Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik besitzen. Geräte ohne Zulassung stellen je nach Landesbauverordnung eine Ordnungswidrigkeit dar. Der Einbau einer nicht zertifizierten Wohnraumlüftung kann mit einem Bußgeld belegt werden.

Checkliste für die Wartung und Inspektion einer Wohnraumlüftung

 

Wenn Sie eine Verschlechterung der Raumluft bemerken oder eine nachlassende Lüftungsleistung feststellen, sollten Sie schnellstmöglich einen Fachbetrieb kontaktieren. Ein Fachmann kann die Wohnraumlüftung inspizieren und alle Komponenten überprüfen. Eine reguläre Inspektion steht in der Regel alle zwei Jahre an. Bei Funktionsstörungen sollte aber umgehend gehandelt werden, um schnellstmöglich eine effektive Lüftung aller Räume herzustellen. Die Checkliste einer Inspektion beinhaltet folgende Punkte:

  • Zustand des Gebäudes und der Lüftungsanlage
  • Ventilator oder Lüftungsgerät: Dichtheit, Filter, Lagergeräusche,
  • Verschmutzung oder Korrosion
  • Luftverteilungssysteme: mögliche Verschmutzungen oder
  • Korrosion, Beschädigungen
  • Luftfilter: Dichtheit, Einbau, Funktion und Kennzeichnungen der
  • Filterklasse
  • Kondensatablauf und Funktion des Wärmetauschers

 

In einem nach dem KfW-Effizienzhaus-Standard errichteten Haus lassen sich durch Einsatz einer kontrollierten Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung etwa 3.000 kWh Energie sparen. Bei einer Erdgasheizung kann das 200 Euro im Jahr ausmachen. Bei Altbauten fallen die Zahlen höher aus, da Altbauten generell ein höheres Potential für Einsparungen durch Wärmerückgewinnung haben. Im Durchschnitt amortisiert sich eine Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung nach 3 Jahren.

Die regelmäßige Wartung und die mit dem Austausch von Filtern und anderen Teilen verbundenen Materialkosten zählen zu den Betriebskosten. Die Filter sind in einem Intervall von 6 – 12 Monaten zu wechseln. Die Kosten für einen Satz neuer Filter liegen zwischen 40 und 90 Euro. Nach einer Betriebszeit von 5 – 8 Jahren kann eine fachmännische Reinigung aller Lüftungskanäle und Schächte erforderlich werden. Für die Reinigung der Lüftungskanäle fallen zwischen 400 und 800 Euro an.

 

Förderprogramme für Wohnraumlüftungen

Bei der Planung einer Wohnraumlüftung spielt natürlich auch die Finanzierung eine wichtige Rolle. Der Bauherr sollte sich mit zunehmender Konkretisierung des Bauprojekts einen Überblick über den Finanzbedarf und die Möglichkeiten der Finanzierung verschaffen. Eine Wohnraumlüftung ist in der Auslegung und in der Leistungsfähigkeit auf das Objekt anzupassen. Nur so lässt sich ein ökonomischer Betrieb mit hohen Einsparmöglichkeiten sichern.

Für eine kontrollierte Wohnraumlüftung können über die KfW Bank Einzelmaßnahmen finanziert werden. Die einzelnen Fördermöglichkeiten hängen von den gewählten Lüftungssystem ab. Für Abluftsysteme werden folgende Förderungen angeboten:

 

  • mischgasgeführte Abluftsysteme
  • CO2-geführte Abluftsysteme
  • feuchtegeführte Abluftsysteme

 

Auch für die zentrale und dezentrale Wohnraumlüftungen gibt es Förderprogramme, sofern eine Wärmerückgewinnung integriert ist. Voraussetzung ist meist, dass Neubau oder Sanierung nach energieeffizienten Standards erfolgen und die Wohnraumlüftung einen integralen Bestandteil bildet. Eine detaillierte Übersicht über alle Finanzierungsmöglichkeiten und Förderprogramme gibt der Anforderungskatalog der KFW. Damit ein Objekt förderungswürdig ist, muss die Luftdichtigkeit des Gebäudes mit einer zertifizierten Luftdichtheitsmessung nachgewiesen werden. Hier dürfen Messwerte von n50= 3,0 h-1 nicht überschritten werden.

Auf Grund der Komplexität der einzelnen Förderprogramme Förderrichtlinien ist eine Beratung durch einen Energieberater zu empfehlen. Der Experte kennt sich mit allen Programmen aus und kann Sie über alle Möglichkeiten der Subventionierung einer Wohnraumlüftung informieren. In vielen Fällen stellen die örtlichen Energieversorger die Leistungen Ihrer Energieberater sogar kostenfrei zur Verfügung. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über einen Fördermittelcheck gemeinsam mit dem Energieberater eine Analyse der individuellen Maßnahmen vorzunehmen. Mit einer gründlichen Vorbereitung und Beratung lässt sich eine Wohnraumlüftung optimal konfigurieren und kostengünstig realisieren.

 

Verwendete Grafiken: © schulzfoto | fotolia.com | https://de.fotolia.com/id/115068463

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