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Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 Planung
11
Nov
Von Lueftungs Net
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Das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6

Im folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die DIN Norm 1946-6. Diese Norm wurde zuletzt im Mai 2009 überarbeitet und erneut veröffentlicht. Durch Veröffentlichung erhielt diese Gültigkeit.

Die heutzutage sowohl bei Neubauten als auch bei Renovierungsmaßnahmen von Alt- bzw. Bestandsbauten vorgeschriebenen energiesparenden Bauweisen, führen zu immer dichteren Gebäudehüllen (Energieeinsparverordnung [EnEV], DIN 4108-2, DIN 1946-6). Dieses führt zwar zu einem deutlichen Anstieg der Energieeffizienz, auf der anderen Seite bringen sie jedoch Nachteile durch zu wenig Luftaustausch mit sich. Um das damit einhergehende Risiko von Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbefall zu minimieren, ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 (Lüftung von Wohnungen) vorgeschrieben.

Was ermittelt die DIN Norm 1946-6 genau?

In der DIN 1946-6 (Lüftung von Wohnungen) werden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie mittels einer ein ausreichender Luftwechsel in der Wohnung sichergestellt werden kann.

Zur korrekten Bewertung ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 notwendig. In diesem Konzept wird die erforderliche Luftwechselrate bestimmt, damit der Feuchteschutz gewährleistet ist.

Damit der Feuchteschutz auch bei Abwesenheit der Bewohner gewährleistet wird, muss der Luftwechsel nutzerunabhängig funktionieren.

Schlichte Lüftungsanweisungen an die Bewohner des Hauses oder der Wohnung sind demnach nicht mehr ausreichend. Von einigen Gerichten wurde sogar bereits die Anweisung eines zweimaligen Stoßlüftens am Tag für ganztägige berufstätige Bewohner als kritisch oder gar unzumutbar betrachtet.

Wann benötige ich ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6?

Jegliche Änderung an der Gebäudehülle hat Auswirkung auf die notwendige Lüftung der Räume. Aus diesem Grund muss nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei jeder umfangreiche Sanierung von Alt- bzw. Bestandsbauten ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 vorliegen.

Per Definition muss genau dann ein Lüftungskonzept vorliegen wenn:

  • … mehr als 1 / 3 aller Fenster ausgetauscht werden.
  • … mehr als 1 / 3 der Dachfläche neu gedämmt wird. 

Grundsätzlich ist in diesem Fall der jeweilige Planer oder der Verarbeiter derjenige, welcher dieses Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 zu erstellen hat. Aus dem Ergebnis in der Berechnung ergibt sich dann die Erfordernis einer lüftungstechnischen Maßnahme oder nicht. Die Umsetzung obliegt dann dem Bauherren bzw. dem Verarbeiter. 

Wann wird das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 benötigt?
Wann wird das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 benötigt?

Die unterschiedlichen Lüftungsstufen im Lüftungskonzept nach DIN 1946-6

In dem Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erfolgt der Nachweis auf vier Lüftungsstufen.

Diese vier Stufen zeigen den notwendigen Luftwechsel bei unterschiedlichsten Nutzungsbedingungen.

  • Lüftung zum Feuchteschutz (FL 30-40 %)
    Diese Stufe muss 24h/365 Tage im Jahr eingehalten werden. Sie ist unumgänglich zur Gewährleistung des Bautenschutzes (Feuchteschäden, Schimmelbildung, …). Sie muss unter normalen Bedingungen erfüllt werden z.B. zeitweilige Abwesenheit der Nutzer (Urlaub, etc.).
  • Reduzierte Lüftung (RL- 70 %)
    Diese Stufe muss ebenfalls zu jeder Zeit gewährleistet werden. Sie sorgt zur notwendigen Belüftung um den hygienischen Mindeststandard (Schadstoffbelastung) und Bautenschutz bei zeitweiliger Abwesenheit des Nutzers (Urlaub, tagsüber) aufrecht zu erhalten.
  • Nennlüftung (NL- 100%)
    Bei dieser Stufe kann erstmalig auch der Nutzer der Gebäudeeinheit aktiv herangezogen werden. Durch z.b. der Stoßlüftung über die Fenster. Die Nennlüftung gewährleistet die hygienische und die gesundheitliche Sicherung der Wohnung.
  • Intensivlüftung (IL- 130% der NL)
    Die Intensivlüftung ist bei Lastspitzen erforderlich. Dazu zählt z.B. das Kochen, Wäsche trocknen, usw.). Auch hier kann durch aktives Fensterlüften der Nutzer herangezogen werden. Hierbei kann  es zu einem stärkerem Lärmpegel kommen.

Lüftungstechnische Maßnahmen

Lüftungstechnische Maßnahmen werden kurz auch “LtM” genannt. Wurde im Lüftungskonzepts nach DIN 1946-6 ermittelt, dass die natürliche Luftzufuhr für den Feuchteschutz nicht ausreicht müssen zusätzliche lüftungstechnische Maßnahmen dem Gebäude hinzugefügt werden.

Die Möglichkeiten von lüftungstechnischen Maßnahmen sind sehr umfangreich. Weshalb wir diesen bereits eigene Artikel gewidmet haben (vgl. Kontrollierte Wohnraumlüftung für ein gesundes Raumklima – lueftungs.net).

Oft werden extra Lüftungen über Schächte eingebaut, bzw. werden in der Außenhülle hierfür Ventile eingelassen. Solche sogenannten Außenwandluftdurchlässe werden auch als “ALD regelbar” abgekürzt. Sie werden durch eine Ventilatoren gestützte Lüftung belüftet. Dabei spricht man dann von einer “konrollierten Wohnraumlüftung” (KWL)

Sonderreglung bei fensterlosen Räumen

Neben dem Lüftungskonzept nach der DIN Norm 1946-6 gibt es für fensterlose Räume in einer Wohnung noch die DIN Norm 18017-3 welche Baurichtlinien für die Lüftung von fensterlosen Bädern, Toilettenräumen und Küchen in Wohnungen vorsieht.

Die DIN Norm 18017-3 für fensterlose Räume wird im Lüftungskonzept nach der DIN 1946-6 ebenfalls berücksichtigt. Eventuell kann es ausreichend sein, wenn die lüftungstechnischen Maßnahmen z.B. im fensterlosen Bad genügen um die Versorgung der gesamten mit Wohneinheit mit Außenluft zu realisieren.

Dies muss aber im Einzelfall genau ermittelt werden. Denn eine abschaltbare Belüftung des Badezimmers wird wahrscheinlich nur in den seltensten Fällen genügen um den Feuchteschutz der gesamten Wohnung zu tragen, wenn diese immer nur kurzzeitig am Tag läuft.

Zusammenfassung des Lüftungskonzepts nach DIN 1946-6

Das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ermittelt welche lüftungstechnischen Maßnahmen bei Ihrem Neubau oder Ihrer umfassenden Renovierung Ihres Alt-/Bestandbaus nötig ist.

Im Wesentlichen werden dabei drei Lüftungstechniken bewertet:

  • Fenster Lüften (z.B. Stoßlüften)
  • Ventillatorgestütztes Lüften
  • Zu- und Abluftsysteme mit Wärmerückgewinnung (WRG)

Alle drei vorgesehenen Umsetzungen unterscheiden sich in ihrer Effektivität und ihren Kosten.

Bei der Erstellung des Lüftungskonzepts nach DIN 1946-6 für Ihr Gebäude können Sie jeden Fachmann, der Maßnahmen zur Lüftungstechnik oder Instandhaltung plant und ausführt beauftragen. Auch können Sie sich an Planer die für Modernisierungen von Gebäuden tätig sind wenden. Als unabhängigen Dritten können Sie auch die Experten von Lüftungs.net damit beauftragen.

Bei Lüftungs.net können Sie neben dem Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 auch ein komplettes Lüftungskonzept samt CAD Planung Ihrer Lüftungsanlage in Auftrag geben. Bei kompletter Abwicklung des Projektes mit uns erstatten wir Ihnen die CAD Planungskosten auf Ihr Bankkonto! Das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6, falls nicht bereits vorhanden, ist bei der CAD Planung immer kostenfrei enthalten.

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